die unglaubliche geschichte des herrn topowski

Archiv des Monats: September 2013

Eine Klassenkameradin

Er war ein blasser Junge, durchschnittlich in fast allem, wenn ich mich recht erinnere, aber sehr still. Er saß hinter mir und ich habe ihn nie gehört, das war ungewöhnlich. Die Lehrer nahmen ihn selten dran, es gibt diese Typen, die kommen nie dran, vielleicht, weil man von ihnen nichts erwartet. Aber stille Wasser sind» » »

Eine Concierge

Heh, heh, das reicht jetzt, ja? Meinen Sie vielleicht, ich hätte sonst nichts zu tun? Und wer bringt mir die Mülleimer rein? Na? Na? Und außerdem: ich mag es nicht, über andre herzuziehen, das bringt immer bloß Scherereien. Was ist denn jetzt mit diesem Topowski? Heh? Hat er jemand umgebracht? Ist er ein Gewalttäter? Was,» » »

Ein Brieftaubenfreund

Topowski? So einen gab es mal bei uns. Das ist allerdings schon Jahre her. Ja, der war einer von uns. Polnischer Vater, deutsche Mutter, stimmts? Mit den Tauben war er nicht sonderlich erfolgreich. Er kam zu uns, weil er die Tauben mochte, der sportliche Aspekt war ihm ziemlich egal. Es gibt bei uns immer wieder» » »

Der Friedhofswächter

Jede Woche… ja, ja… immer freitags, ich erinnere mich, freitags gibt es Fisch… Zuerst ging er immer zu seinem Vater. Fünf Minuten. Zu seiner Mutter dann, bevor er wieder fortging. Da nahm er sich Zeit. Wissen Sie, die Leute reden viel am Grab ihrer Eltern. Nicht nur mit Blumen. Er, er sagte gar nichts. Nicht» » »

Die Nachbarin

Natürlich weiß ich, wer Herr Topowski ist. Die Leute in der Straße kennt man. Das heißt, ich weiß wie Herr Topowski aussieht und daß er Topowski heißt, ein Pole, nicht wahr? Verschwunden, sagen Sie? Aber wo denken sie hin! Bestimmt ist er nur ein wenig spazieren. Man nimmt ihn nicht so wahr wie die anderen,» » »

Herr Topowski erinnert sich an das Wetter

Es herrscht Wetterleere. Oder, da es eine wirkliche, vollständige Abwesenheit von Wetter eigentlich nicht gibt, so herrscht zumindest eine irritierende Durchsichtigkeit der Luft, des Raums, der ganzen schalen Umgebung mit ihren Ziegelbauten. Die Reg- und Gestaltlosigkeit des Wetters betont das Kulissenhafte der Straße. Ich gehe Richtung Dorfzentrum und die Vorgärten, Hausmauern, der Teerbelag der Fahrbahn» » »

Die Bäckereiverkäuferin

Ja, ich habe Herrn Topowski oft etwas verkauft. Baguette. Ein freundlicher Mensch, aber irgendwie… Sehen Sie, schon seltsam, daß Sie überhaupt nach ihm fragen. Er ist nämlich genau der Typ, nach dem nie jemand fragt. Wenn er aus dem Laden wieder hinaus war, war es, als wäre er nie zuvor drinnen gewesen. Ich könnte Ihnen» » »

Rotkohl-Rezept

(als Beilage zur Weihnachtsgans, so wie Herr Topowski es am liebsten mag) (für vier bis fünf Personen) ein guter Kopf Rotkohl zwei saure Äpfel zwei bis drei kleine Zwiebeln Lorbeerblätter Gewürznelken Wacholderbeeren Apfelsaft Gänseschmalz Balsamessig Salz, Pfeffer 1 Das Rotkraut grob raspeln. Äpfel in kleine Stücke schneiden. Zwiebeln hacken. 2 Zwiebeln und Apfelstücke kurz in» » »